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Ägypten militarisiert den Sinai
Ägypten verstärkt seine Militärpräsenz im Sinai und bricht damit einen 45 Jahre alten Friedensvertrag mit Israel, warnte der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, bei einem Treffen mit amerikanisch-jüdischen Organisationen am 28. Januar.
Ägypten hat im Sinai Militärbasen errichtet, „die nur für offensive Operationen“ und „offensive Waffen“ genutzt werden können, sagte Leiter in einer Videoaufzeichnung, die von der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations am 14. Februar verbreitet wurde.
Dies ist ein Bruch des Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel von 1979, der Israel dazu verpflichtete, den Sinai an Ägypten abzutreten, wenn Ägypten versprach, die Region niemals aufzurüsten. Ägypten hat dieses Abkommen routinemäßig gebrochen, aber die jüngsten Entwicklungen zeigen, „dass die ägyptische Militärpräsenz auf der Sinai-Halbinsel deutlich zugenommen hat, weit über die früheren Verletzungen des Friedensvertrags hinaus“, so die ehemalige stellvertretende israelische Botschafterin in Ägypten, Ruth Wasserman Lande.

Jüngste Satellitenbilder haben gezeigt, dass sich Abrams-Panzer auf der Sinai-Halbinsel angesammelt haben. „Die Anwesenheit von Panzern in der Nähe der israelischen Grenze ist eine eklatante Verletzung des Friedensabkommens“, sagte der israelische Oberstleutnant (Res.) Eliyahu Dekel, der die Einhaltung des Friedensabkommens durch Ägypten überwacht. Nach Angaben von Dekel verfügt Ägypten über etwa 100 Abrams-Panzer in el-Arish, der Hauptstadt des Nordsinai.
„Der Sinai soll frei von allen militärischen Kräften sein. Wenn die jüngsten Bilder bestätigt werden, geht es nicht nur um die Streitkräfte im Sinai, sondern vor allem um die Art der Panzer“, erklärte Dekel. „Die Bilder zeigen Abrams-Panzer, Ägyptens beste Kampfpanzer, die für Eliteeinheiten reserviert sind. Im Rahmen des Friedensabkommens soll Ägypten in der Region nur über Panzer auf Divisionsebene verfügen.
Dekel sagte, Ägypten habe auch drei neue Flugplätze gebaut und massive Tunnel auf der Halbinsel gegraben. Er fügte hinzu, dass der Friedensvertrag Ägypten erlaubt, Militärlager für 47 Bataillone im Sinai zu unterhalten, aber „derzeit gibt es Lager für 180 Bataillone, das Vierfache der erlaubten Anzahl“.
Israel hat Ägypten erlaubt, seine Streitkräfte im Sinai über das Abkommen hinaus zu verdoppeln, um den Einfluss des Islamischen Staates zu bekämpfen, aber die Menge auf den Satellitenbildern übersteigt diese Erlaubnis.
„Wir lassen nicht nur den Aufbau von Streitkräften auf der anderen Seite zu, sondern wir lassen ihn auch zu, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, und zwar in einer Weise, die nicht mit der diplomatischen Sprache des Nahen Ostens übereinstimmt"“ warnte Wasserman Lande.
Schmuggelroute
Die Befürchtung ist, dass Ägypten den Sinai gegen Israel einsetzen wird; das ist nicht nur ein hypothetisches Szenario. Es gibt massive Beweise dafür, dass die Halbinsel als Schmuggelroute genutzt wird, um Israels Feinde innerhalb seiner Grenzen, wie die Terrorgruppe Hamas, zu versorgen.
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (idf) schießen immer wieder Drohnen aus Ägypten ab, die Waffen, Munition und andere Güter nach Israel schmuggeln. Am 29. Januar vereitelte die idf nach eigenen Angaben einen Versuch, 13 Sturmgewehre per Drohne nach Israel zu schmuggeln. Die Drohne wurde beim Überqueren der ägyptisch-israelischen Grenze gesichtet und abgeschossen.
Das israelische Militär sieht sich auch mit einem neuen Problem konfrontiert, nämlich dem Waffenschmuggel aus Ägypten durch Beduinen auf Geländewagen. Die Lieferungen kommen aus dem Sinai nach Israel und werden an Beduinen weitergegeben, die sie zu kriminellen Organisationen oder in die Westbank bringen.
Während der Besetzung des Philadelphi-Korridors, der entlang der Grenze zwischen Ägypten und Gaza verläuft, entdeckte die idf auch eine große Anzahl unterirdischer Tunnel, die vom Sinai nach Gaza führen. Es wird vermutet, dass diese Tunnel genutzt wurden, um die Hamas vor dem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mit iranischen Waffen und Nachschub zu versorgen. Mindestens 180 dieser Tunnel wurden entdeckt, und der idf arbeitet daran, sie zu zerstören.
Strategischer Wandel
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat nicht immer auf der Seite der Hamas gestanden. Zu Beginn seiner Herrschaft schickte die Hamas – ein Ableger der Muslimbruderschaft – Kämpfer in den Sinai, um Terroristen des Islamischen Staates auszubilden, die dann in Ägypten Terroranschläge verübten, wie z.B. die Ermordung des ägyptischen Generalstaatsanwalts Hisham Barakat, der hart gegen Andersdenkende vorging.
Als jedoch Yahya Sinwar 2017 Führer der Hamas wurde, besuchte der ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel den Gazastreifen und schloss einen Deal mit der Terrorgruppe ab: Wenn die Hamas keine Terroristen mehr ausbildet, um Ägypten anzugreifen, würde Ägypten den Grenzübergang Rafah 24 Stunden am Tag öffnen. Die Öffnung des Grenzübergangs Rafah bedeutete, dass die Hamas leichter Waffen und Nachschub, meist aus dem Iran, nach Gaza schmuggeln konnte.
idf-Brigadegeneral Amir Avivi, der zwei Jahre lang die ägyptisch-gasische Grenze befehligte, sagte: „Die Ägypter wissen genau, was sie tun, wie sie die Hamas als Waffe einsetzen, um Israels Sicherheit zu untergraben.“
„Wir sollten besser aufwachen und verstehen, dass wir uns einer zukünftigen Herausforderung stellen könnten“, sagte er. „Wir müssen wachsam sein und an dieser Beziehung arbeiten und uns auf einen möglichen strategischen Wechsel in der Zukunft vorbereiten.“
Dieser Strategiewechsel wird in der Bibel prophezeit. In Daniel 11, 40 heißt es:
Zur Zeit des Endes aber wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten.
In seiner kostenlosen Broschüre Der König des Südens erklärt Posaune-Chefredakteur Gerald Flurry, dass sich „der König des Südens" auf radikal-islamische Staaten mit dem Iran an der Spitze bezieht und „der König des Nordens“ ein modernes Heiliges Römisches Reich unter deutscher Führung ist.
Der König des Nordens wird wie ein heftiger Wirbelsturm gegen den Iran kommen und dann „das herrliche Land“ oder das Heilige Land Israel erobern (Vers 41). In Vers 42 heißt es: „[U]nd Ägypten wird ihm nicht entrinnen.“
Herr Flurry erklärt:
Ägypten wird vom König des Nordens erobert oder kontrolliert werden. Dies impliziert eindeutig, dass Ägypten mit dem König des Südens verbündet sein wird.
Diese Prophezeiung deutet darauf hin, dass wir in der ägyptischen Politik einen tiefgreifenden Wandel erleben werden!
Herr Flurry fährt fort und erklärt, dass einige dieser Änderungen bereits stattgefunden haben. Nach dem Sturz des israelfreundlichen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak übernahmen die iranfreundlichen Muslimbrüder die Macht, bis Sisi durch einen Staatsstreich an die Macht kam.
„Der Einfluss des Iran innerhalb Ägyptens wurde ihnen entrissen“, schreibt Herr Flurry. „Doch die biblische Prophezeiung zeigt, dass dies nur vorübergehend ist. Diese pro-iranischen Hardliner sind dazu bestimmt, an die Macht zurückzukehren. Die Muslimbruderschaft genießt in Ägypten immer noch enorme Unterstützung.“
Die Militarisierung des Sinai und das Einlenken Ägyptens gegenüber dem Iran und seinen terroristischen Handlangern ist ein Trend, den man beobachten sollte. Diese Entwicklungen drohen Israel gefährlich zu werden, denn der Kampf zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens dreht sich letztlich um die Einnahme Jerusalems (Daniel 11, 41).
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie unseren Trends-Artikel „Warum die Posaune beobachtet, wie der Iran sich mit Ägypten verbündet“.